24 Stunden-Dienst für die Jugendfeuerwehr Frankenheim/ Rhön

19. Oktober 2019
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Am 04.10.2019 gegen 16:00 Uhr wurden die Kinder und Jugendlichen der Jugendfeuerwehr Frankenheim zum ersten 24 Stunden-Dienst seiner Art im Gerätehaus empfangen.  Gemeinsam mit den Betreuern und einigen Helfern gingen die Jugendlichen dann in die Hochrhönhalle, wo schon der erste Auftrag auf sie wartete.

Zunächst einmal hieß es, das Nachtlager herzurichten. Denn alle wussten, dass die Nacht nicht zu Hause zu verbringen sei. Noch während einige Eltern die Abendverpflegung vorbereiteten, wurde die Jugendgruppe das erste Mal alarmiert.

Bekannt gegeben wurde eine fiktive Ausgangslage, woraus sich erschloss, warum die Jugendfeuerwehr zum 24 Stunden- Dienst angetreten ist. Demnach gab es in den letzten Tagen viele Einsätze in der Ortslage und die Einsatzabteilung könne nicht mehr alles alleine abarbeiten. Um ca. 21:00 Uhr dann wurde die Jugendfeuerwehr zum ersten Einsatz alarmiert. Das Einsatzstichwort lautete: Verkehrsunfall. Die Jugendlichen wussten natürlich nicht, was sie erwarten würde. Mit LF und TLF an der Einsatzstelle angekommen, hieß es zunächst einmal für den Gruppenführern sich einen Überblick zu verschaffen. Dies war gar nicht so einfach, denn die Einsatzstelle war etwas abseits gelegen und es war stockdunkel.

Die beiden verletzten Insassen des PKW wurden rasch entdeckt und auch durch die entsprechenden Erste Hilfe- Maßnahmen versorgt. Parallel wurde die Einsatzstelle ausgeleuchtet und rettungsdienstliche Unterstützung angefordert. Etwas später dann trafen auch ein RTW und ein KTW ein. Trotz strömenden Regens wurde der Einsatz vorbildlich abgearbeitet.

Zurück in der Hochrhönhalle, welche für den Dienst als Feuerwache diente, bereitete jeder erst einmal seine nasse Einsatzbekleidung nach. Doch die Nacht war noch nicht vorbei. Gegen 23:00 Uhr wurden die Jugendlichen erneut alarmiert. Zwar lagen sie schon in ihren Feldbetten, aber richtig geschlafen hatten sie sicherlich noch nicht. Das Abenteuer hatte ja eben erst begonnen und niemand wollte etwas verpassen. Auch etwas Spaß durfte nicht fehlen und so wurde die Nachtruhe doch um Einiges nach hinten verlegt. Spaß hatten auch die Betreuer und so wurde aus der neuerlichen Alarmierung ein Fehlalarm. Die restliche Nacht war dann eher ruhig.

Geweckt wurde dann wieder in typischer Feuerwehrmanier mit dem Megaphon. Nach einem deftigen Frühstück mit Rührei und Speck waren die jungen Feuerwehrleute gestärkt und warteten schon auf den nächsten Einsatz. Doch dieser ließ auf sich warten. Es war eben wie im echten Feuerwehralltag. Man weiß nie, wann der nächste Einsatz kommt und was er bringt. Die einsatzfreie Zeit vertrieben sich die Kinder und Jugendlichen mit Spielen wie Badminton, Ball- und Brettspielen oder mit Musik hören oder Handyspielen. Alles das, wozu die Kinder und Jugendlichen eben Lust hatten und wofür die Hochrhönhalle Platz hatte. Und davon hatte sie reichlich.

Um 08:45 Uhr wurden die Jugendlichen in erhöhte Alarmbereitschaft versetzt. Die Jugendfeuerwehr bekam die Lage ausgegeben, dass die Einsatzabteilung bereits seit einigen Stunden in einem Brandeinsatz gebunden sei und es bald erforderlich werden würde, die Kameraden zu unterstützen. Bis auf den Helm und den Parka waren sie nun einsatzfertig und warteten, was da wohl kommen würde. Kurze Zeit später mussten die Jugendfeuerwehrleute zu einer weiteren Lagemeldung an den Fahrzeugen antreten und prompt wurden sie zur Brandbekämpfung alarmiert. Gleichzeitig ertönte die Sirene auf dem Gerätehaus, was für die Jugendfeuerwehr ein etwas realistischeres Einsatzgefühl geben sollte. Die Einsatzstelle lag am Ortsausgang an den Teichen, dort war ein Altholzstapel in Brand geraten.

Die Jugendfeuerwehr hatte den Auftrag, den Brand zu Löschen. Die Anfahrt erfolgte mit beiden Fahrzeugen, also dem LF und dem TLF. Mit dazu alarmiert war auch der Rettungsdienst, welcher mit dem KTW die Einsatzstelle erreichte. Der Gruppenführer bekam vom Gesamteinsatzleiter, welcher unser Ortsbrandmeister war, den Einsatzauftrag. Es sollte aus dem Teich Wasser entnommen und mit drei Rohren die Brandbekämpfung vorgenommen werden. Nachdem der Einsatz beendet war, wurde sofort die Einsatzbereitschaft wieder hergestellt und anschließend in der Hochrhönhalle das Mittagessen eingenommen.

Natürlich gab es Nudeln mit Tomatensoße. Nun hatte die Jugendfeuerwehr einige Zeit frei, um sich zu regenerieren. Obwohl einige der größeren die Zeichen zu deuten versuchten und jede Bewegung der Jugendwartin beobachteten. Sie ahnten wohl, dass das noch nicht der letzte Einsatz gewesen ist. Unterdessen herrschte in der Hochrhönhalle reges Treiben. Zu Kaffee, Tee oder Kakao stellten die fleißigen Küchenhelfer einige Snacks bereit. Es wurde gespielt, geruht und sich unterhalten. Auch Besuch von unserem Kreisfeuerwehrverband konnte empfangen werden. Mit einer Spende unterstützte der Verband den 24 Stunden- Dienst der Jugendfeuerwehr. Plötzlich ertönte erneut das Alarmsignal und die Jugendlichen traten fast schon routinemäßig in ihrer Einsatzkleidung an. Technische Hilfeleistung war diesmal das Einsatzstichwort. Es galt eine, natürlich fingierte, Ölspur zu beseitigen. Dies war für die Jugendfeuerwehr kein Problem. An der Einsatzstelle stellte sich heraus, dass für die vielen Jugendfeuerwehrleute zu wenig Besen auf dem LF waren. Es wollte ja jeder mitkehren, der nicht gerade eine andere Aufgabe hatte.

So schickte der Gruppenführer den Melder los, um bei den Anwohnern um weitere Straßenbesen zu bitten. Bereitwillig folgten diese dem Aufruf und halfen dann auch noch selbst mit, das Ölbindemittel, also die Sägespäne, wieder zusammen zu kehren. Im Anschluss reinigten die Kameraden der Einsatzabteilung nochmals die Straße.

Hierbei leistete die Flächensprüheinrichtung des Tanklöschfahrzeuges gute Dienste. Währenddessen brannte es schon wieder. Diesmal direkt an der Hochrhönhalle. Die Jugendlichen kamen gerade noch rechtzeitig, um die Würstchen vor dem Verbrennen auf dem Grill zu retten. Mit dem Abendessen ließen wir diesen spannenden Übungstag ausklingen.

Für die breite Unterstützung bedanken wir uns bei allen Helferinnen und Helfern:

der Gemeinde Frankenheim und ihren Bürgern
der Freiwilligen Feuerwehr Frankenheim
dem Verein Freiwillige Feuerwehr Frankenheim e.V.
dem Kreisfeuerwehrverband Schmalkalden- Meiningen e.V.
dem Malteser Hilfsdienst Mellrichstadt e.V.
dem Marktkauf EDEKA Rehm Hilders
dem Küchenteam
dem Logistikteam
dem Team für Presse und Öffentlichkeitsarbeit
den Statisten

Text und Fotos: Tanja Müller

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